Museumstipp: Am Anfang war Ada

Veröffentlicht von am 15 Nov 2015

Wer in der nächsten Zeit nach Nordrhein-Westfalen fährt oder in der Nähe wohnt sollte das Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn besuchen. In den großartig bestückten Ausstellungsräumen läuft die Sonderschau „Am Anfang war Ada“. Es geht um Pionierinnen der IT-Geschichte mit – na klar – Ada Lovelace im Mittelpunkt. Interessante Begegnungen sind garantiert…

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Wir hätten viel mehr Zeit einplanen sollen. So häufig sind wir schon am Heinz Nixdorf Museumsforum, dem größten Computermuseum der Welt, in Paderborn vorbei gefahren. Aber nachdem ich mich einige Tage zuvor bereits auf dem Ada Lovelace Festival mit dem Thema „IT-Pionierinnen“ vollgesogen hatte, musste ich natürlich diesmal unbedingt hinein und die Sonderschau „Am Anfang war Ada“ besuchen. Doch der Weg in die oberste Etage des ehemaligen Nixdorf-Verwaltungsgebäudes ist gar nicht so einfach, führt er doch vorbei an so vielen spannenden Ausstellungsstücken aus 5000 Jahren Informationsgeschichte. Das lässt nicht nur das Herz einer #womanintech ordentlich hopsen.

 

Hits for Kids

 

Während mein Sohn also mit zwei Robotern seiner Größe auf der ersten Etage zunächst verstecken spielte und auf der nächsten das Museum per Ratequiz entdeckte (nachdem er versucht hatte, ein altes Wählscheiben-Telefon über Wischen und Drücken in Gang zu setzen), ich meinen Mann wieder aus der gelben Telefonzelle mit funktionierender Schwingtür lockte, wir den lebensgroßen „Schachtürken“ sowie diverse historische Rechen- und Schreibmaschinen hinter uns gelassen hatten (ach so, nicht zu vergessen die Nixdorf-Firmengeschichte, die Anfänge des Internets, verschiedenste Computerspiele und den Roboter Vincent, der ein Portrait von meinem Sohn gezeichnet hat) – konnten wir also endlich auch Ada einen Besuch abstatten.

Da ich gerade das Buch „Im Schatten ferner Jahre“ von Anita Siegfried lese (ja, bin tatsächlich gerade im Ada-Fieber), ließ ich die liebevoll arrangierten Szenen rund um die Gesellschaft in dieser Zeit rasch hinter mir und machte stattdessen Abstecher zu den Codeknackerinnen von Bletchley Park, den ENIAC-Programmiererinnen sowie den Software-Pionierinnen Grace Hopper oder Mary Allen Wilkes. Leider nur streifen konnten wir die interaktiven Stationen, die zum Beispiel erklären, wie ein Compiler funktioniert oder wie die Analytical Engine, die zu Adas Lebzeiten gar nicht gebaut wurde, überhaupt gerechnet hat.

 

Hallo Nadine!

 

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Magisch angezogen hat mich dann aber „Nadine“ – eine humanoide Roboterdame, die die Professorin Nadia Magnenat-Thalmann nach ihrem Abbild entwickelt hat. Nadine winkte mir also fröhlich zu und unterhielt sich mit mir (natürlich mit einem vorbereiteten Text, für ein individuelles Gespräch braucht es wohl noch ein paar Jahre). Aber nachdem ich Frau Magnenat-Thalmann auch schon auf dem Ada Lovelace Festival in Berlin erleben durfte, schloss sich hier der Kreis der „Ada-Woche“ für mich auf faszinierende Weise (hier geht es zu meinem Bericht über die Konferenz). Ich muss nicht beschreiben, mit was für einem Grinsen ich mich von den Museumsangestellten verabschiedet habe?

Übrigens ist das gesamte HNF für mich ein sehr gelungenes Beispiel dafür, wie man Kinder für Technik begeistern kann. Mein Sohn (3. Klasse) fragt mich ständig, wann wir wieder nach Paderborn fahren, und welchen Rahmen das Roboter-Gemälde bekommen soll.

 

Nixdorf

 

Die Infos zur Ausstellung: Am Anfang war Ada – Frauen in der Computergeschichte. Sonderschau bis 10. Juli 2016 im Heinz Nixdorf Museumsform, Fürstenallee 7 in Paderborn; Öffnungszeiten: Di-Fr. 9-18 Uhr, Sa-So 10-18 Uhr. Eintritt 3 Euro für Erwachsene, Schulklassen kostenlos.

 

 

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